Free Download Deutsch-Südwestafrika: Geschichte und Erbe von Deutschlands größter afrikanischer Kolonie (German Edition) by Charles River Editors
German | March 30, 2025 | ISBN: N/A | ASIN: B0F35T698D | 127 pages | EPUB | 5.28 Mb
"Die großen Fragen des Tages werden nicht durch Reden und Mehrheitsentscheidungen, sondern durch Eisen und Blut entschieden." - Otto von Bismarck
Die moderne Geschichte Afrikas wurde bis vor kurzem im Namen der einheimischen Ethnien vom weißen Mann geschrieben, der in einer besonders anmaßenden und dynamischen Phase der europäischen Geschichte gewaltsam in den Kontinent eingedrungen war. Im Jahr 1884 brachte der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck die Bevollmächtigten aller europäischen Großmächte zusammen, um die Kolonisierung Afrikas so zu regeln, dass ein Krieg vermieden wurde. Dieses Ereignis, das als Berliner Konferenz von 1884-1885 bekannt wurde, löste ein Phänomen aus, das als "Scramble for Africa" bekannt wurde. Auf der Konferenz wurden zwei grundlegende Regeln für die europäische Eroberung Afrikas aufgestellt. Die erste besagt, dass eine Annexion nicht anerkannt wird, wenn nicht der Nachweis einer praktischen Besetzung erbracht wird, und die zweite, dass eine praktische Besetzung als unrechtmäßig angesehen wird, wenn nicht ein förmliches Schutzgesuch des Führers eines Gebiets vorliegt, das unter in Form eines rechtsgültigen Vertrages zu Papier gebracht werden muss.
Damit begann ein Ansturm, der vor allem von europäischen Handelsinteressen in Form von Chartered Companies angeführt wurde, um in das afrikanische Landesinnere vorzudringen und die dortige Führung mit Waffen, Schmuck und Alkohol zu umwerben. Dass dies so leicht gelang, lag daran, dass die traditionelle afrikanische Führung zu diesem Zeitpunkt uneins war und das Volk sich gerade erst von der jahrhundertelangen Erschütterung durch den Sklavenhandel erholt hatte. Die Autorität an sich zu reißen, eine bereits zerrüttete Gesellschaft einzuschüchtern und einen Führer gegen den anderen auszuspielen, war daher eine so einfache diplomatische Aufgabe, dass die Angelegenheit größtenteils in weniger als einem Jahrzehnt erledigt war.
Die deutsche Rolle in diesem komplizierten Drama war etwas rätselhaft. Das Deutsche Reich sollte sich als das kurzlebigste von allen erweisen, denn ebenso wie das Russische und das Osmanische Reich überlebte es den Ersten Weltkrieg nicht. 1919 verlor Deutschland alle seine afrikanischen Kolonien, die dann als Mandatsgebiete des Völkerbundes entweder an Frankreich oder Großbritannien fielen. Das Mandatsgebiet Deutsch-Südwestafrika, das spätere Namibia, wurde stellvertretend unter britische Kontrolle gestellt, und die laufende Verwaltung wurde von Südafrika aus wahrgenommen. Letztlich übernahm Südafrika Südwestafrika als virtuelle Provinz und widersetzte sich jahrzehntelang dem Druck, die Zuständigkeit an die Vereinten Nationen abzutreten. Darüber hinaus schuf der Wettstreit zwischen Deutschland und Großbritannien auf dem afrikanischen Kontinent im späten 19Jahrhundert auch die Voraussetzungen für den Nordafrikafeldzug im Zweiten Weltkrieg.
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